Allgemeine Informationen

ADIPOSITAS (FETTSUCHT)

Sumo-Ringer werden dafür bewundert. Im normalen Leben aber tragen extrem übergewichtige Menschen schwer an ihren überzähligen Kilos: z.B. werden rund 16 Prozent der Deutschen als fettsüchtig oder adipös bezeichnet. Sie leiden an Atemnot, erhöhtem Blutdruck, Schlafstörungen, Diabetes und Gallensteinen.

Noch vor wenigen Jahren galt ein Mensch als fettsüchtig, wenn sein Gewicht um mehr als 20% über dem so genannten Idealgewicht lag. Dieses Idealgewicht war in Tabellen, je nach Körpergröße gestaffelt, aufgezeigt.
Wer diese festgelegte Gewicht überschritt, galt als Gesundheitsrisiko und musste beispielsweise bei Kranken- oder Lebensversicherungen Zuschläge bezahlen.

Weder Gelenke noch Wirbelsäule sind der Fettlast gewachsen und nutzen sich daher früher als normal ab.
Das Risiko, an Schlaganfall oder Herzinfarkt zu sterben, ist deshalb erheblich höher als bei Normalgewichtigen. Dicke Menschen haben oftmals Probleme im Berufsleben und bei der Partnersuche.

Die Krankheit Fettsucht, Adipositas genannt, wird durch eine Unterfunktion bestimmter Hormondrüsen erzeugt. Aber höchstens 10 % der fetten Menschen sind wirklich aus Krankheitsgründen fettleibig. Diese müssen von einem Arzt behandelt werden. Bei 90 % liegt es meist an falscher Ernährung, Fresslust, seelischen Problemen oder völliger Überernährung. Die Gründe, zuviel Nahrung zu sich zu nehmen, können recht vielfältig sein. Es gibt Menschen, die unter Stress zuviel essen, andere aus Einsamkeit und wieder andere aus Langeweile.

Charakteristisch für Fettsüchtige ist, dass ihr Sättigungsgefühl beeinträchtigt ist. Sie klagen darüber, dass sie nicht aufhören können zu essen. Es kommt dagegen selten vor, dass Fettsüchtige über eine übermäßige Gier zu essen berichten. Doch sie scheinen ungemein verführbar zum essen zu sein und können nicht aufhören, solange Nahrung verfügbar ist.

Das Ergebnis einer 1975 in den USA durchgeführten Studie (Midtown-Manhattan-Studie) enthüllte einen starken Einfluss sozialer Faktoren auf die Häufigkeit von Fettsucht in der Bevölkerung. Den größten Einfluss hatte die Zugehörigkeit zu der sozialen Schicht. Je geringer der soziale Status einer Bevölkerungsgruppe, desto häufiger tritt Fettsucht auf. Darüber hinaus zeigt sich bei Vergleichen zwischen den Geschlechtern immer wieder eine höhere Häufigkeit von Fettsucht bei Frauen. Es wird vermutet, dass der Häufigkeitsgipfel für Fettsucht für Männer und Frauen bei 40 Jahren liegt. Diese Ergebnisse gelten allerdings nur in den westlichen Industriegesellschaften. Es gibt Kulturen, in denen ein wachsender Lebensstandard mit steigendem Körpergewicht verbunden ist.

Festzuhalten ist, dass Fettsucht in ungewöhnlichem Maß durch die Umgebung bestimmt wird.

EMOTIONALE FAKTOREN UND FETTSUCHT

Fettsucht ist eine der ersten Störungen, der man psychosomatische Ursachen zugeschrieben hat. Grund dafür ist, dass viele Fettsüchtige berichten, dass sie in Situationen, in denen sie sich seelisch beunruhigt fühlen, oder kurz danach, zuviel zu essen, was aber zunächst nicht spezifisch für Fettsüchtige ist. „Langzeitberichte über Zusammenhänge zwischen emotionalen Faktoren und Fettsucht scheinen spezifischer, Fettsüchtige verlieren häufig viel an Gewicht, wenn sie sich verlieben, und nehmen an Gewicht zu, wenn sie einen geliebten Menschen verlieren“. Diese Veränderungen ereignen sich völlig unbeeinflusst durch den Willen, sogar außerhalb jeder Möglichkeit der Kontrolle.

Doch für Fettsucht lässt sich kein einheitliches Krankheitsbild entwerfen, und es gibt sogar nur zwei emotionale Störungen, für die man eine spezifische Beziehung zur Fettsucht aufzeigen konnte:

1. Die Hyperphagie-Syndrome (das Überessen)

Die überzeugendsten Hinweise dafür, dass emotionale Faktoren Fettsucht beeinflussen, finden sich bei zwei kleinen Untergruppen Fettsüchtiger. Beide fallen durch unnormale und unveränderliche Verhaltensmuster ihrer Nahrungsaufnahme auf.

Ca.10% der Fettsüchtigen (hauptsächlich Frauen) zeigen das Syndrom nächtlichen Essens (night-eating syndrom). Charakteristisch ist die Appetitlosigkeit am Morgen und das Überessen und die Schlaflosigkeit abends. „Das Syndrom scheint durch Stress-Situationen ausgelöst zu sein, und tendiert, wenn es einmal da ist, bis zur Lösung des Stress, zu täglichen Wiederholungen.
Versuche, das Gewicht zu reduzieren, solange das Syndrom besteht, haben ungewöhnlich dürftige Ergebnisse und können sogar zu ernsteren psychologischen Störungen führen“

bei weniger als 5% der Fettsüchtigen findet sich das Syndrom der Fressorgien (binge eating). Es ist eines der seltenen Ausnahmen von dem Muster des gestörten Sättigungsgefühls. Charakteristisch ist das plötzliche zwanghafte Verschlingen großer Mengen von Nahrung in sehr kurzer Zeit. Darauf folgt meistens eine große Erregung und Selbstverdammung. Dieses Syndrom scheint ebenfalls eine Reaktion auf Stress zu sein, doch treten diese Fressorgien nicht periodisch auf, sondern sind häufig mit einem auslösenden Ereignis verbunden. Das Gewicht kann häufig durch strenge Diäten reduziert werden, doch wird das Ergebnis meist durch einen Rückfall zunichte gemacht.

2. Störungen des Körperschemas (body-image)

Hier ist charakteristisch, dass der Fettsüchtige seinen Körper als grotesk und ekelerregend empfindet. Darüber hinaus hat er das Gefühl, von anderen mit Feindseligkeit und Verachtung betrachtet zu werden. Diese Gefühle sind eng verbunden mit extremer Unsicherheit und gestörtem sozialen Verhalten.

DIE BEHANDLUNG VON ADIPOSITAS – ALLGEMEINE PROBLEME

Behandlungen, die sich auf die reine Gewichtsabnahme konzentrieren, zeigen eine sehr niedrige Erfolgs- und eine sehr hohe Abbruchrate, und die meisten, die Gewicht verlieren, nehmen es wieder zu. Darüber hinaus hat es sich gezeigt, dass bei ambulant behandelten Fettsüchtigen, im Rahmen ihrer Diätmaßnahmen oder Fastenkuren emotionale Symptome, wie z.B. Nervosität, Schwäche, Reizbarkeit, Übelkeit, Depressionen und Zunahme von Angst, auftreten.

Hier hat sich gezeigt, dass die operative Behandlung langfristige Erfolge bringt, ohne wesentliche Verminderung der Lebensqualität und vor allem ohne die Symptome von rigorosen Diätmaßnahmen!

BMI (Body Mass Index)


BERECHNUNG DES BMI (BODY MASS INDEX)

Ob Sie das Idealgewicht erreichen, können Sie leicht selbst berechnen. Der Body Mass Index (BMI) gibt dabei Auskunft über den Ernährungszustand. Der Berechnung liegt zugrunde, dass das Körpergewicht in Relation zur Körpergröße gesetzt werden sollte. Die Formel lautet

Gewicht in Kilogramm (Kg) / Körpergröße (m) ²

Um Ihnen die Mühe umständlicher Berechnungen zu ersparen, finden Sie hier einen BMI-Rechner, bei dem Sie lediglich Ihr Gewicht und Ihre Größe eingeben müssen, um dann auf Tastendruck Ihren persönlichen BMI zu erhalten. Ihr Ergebnis können Sie nach folgender Tabelle auswerten
Normalgewicht 20,0 – 24,9
Übergewicht 25,0 – 29,9
Adipositas Grad I 30,0 – 34,9
Adipositas Grad II 35,0 – 39,9
Adipositas Grad III > 40

Von behandlungsbedürftigem Übergewicht spricht man bei einem BMI über 30 mit Zusatzerkrankungen wie hohem Blutdruck, Erhöhung der Blutfette, Zuckerkrankheit, Schlafstörungen oder Arthrose der großen Gelenke (Definition gemäß Weltgesundheits-Organisation WHO).

GRUNDUMSATZ

Der Grundumsatz (Wird auch als Basal-, Erhaltungs- oder Ruheumsatz bezeichnet) ist die Energiemenge, die ein Mensch bei Ruhe für die Aufrechterhaltung der lebenswichtigen Körperfunktionen (Atmung, Herzschlag, Drüsenfunktion) pro Tag benötigt.

Der Grundumsatz ist vor allem abhängig von Geschlecht, Alter, Größe, Gewicht, Muskelmasse sowie bestimmten Hormonen. Für einen Erwachsenen beträgt der Grundumsatz im Durchschnitt 1 kcal (Kalorie) pro kg Körpergewicht und Stunde.

Leistungsumsatz (Arbeitsumsatz)

Der Leistungsumsatz ist die Energiemenge, die unser Körper innerhalb eines Tages benötigt, um Arbeit zu verrichten.

Als Leistungsumsatz wird dabei die Energie bezeichnet, die über den Grundumsatz (Energiebedarf für Organtätigkeiten bei völliger Ruhe) hinausgeht.
Der Leistungsumsatz ist abhängig von körperlicher Aktivität, Wärmeproduktion, Verdauungsarbeit und dem Bedarf für Wachstum, Schwangerschaft und Stillzeit.

Grundumsatz und Leistungsumsatz ergeben zusammen den Gesamtumsatz, d.h. des gesamten Energiebedarf einer Person pro Tag.

Der Grundumsatz errechnet sich wie folgt:

Als Grundumsatz benötigt der Körper cirka 1 kcal pro Stunde und 1 kg Körpergewicht.

Bei Frauen werden 10 % weniger benötigt.
Auch ab einem Alter von über 50 Jahren sind es 10 % weniger.

Gesamtumsatz:

Der tatsächliche Kalorienbedarf (Gesamtumsatz) errechnet sich aus einem Vielfachen des Grundumsatzes je nach Tätigkeit:
Schlafen 1,0 * Grundumsatz
Sitzen oder Liegen ohne Tätigkeit 1,2 * Grundumsatz
Tätigkeit im Sitzen 1,4 * Grundumsatz
Tätigkeit im Sitzen mit wenig Bewegung 1,6 * Grundumsatz
Tätigkeit im Stehen oder Gehen 1,8 * Grundumsatz
Körperlich anstrengende Tätigkeit 2,2 * Grundumsatz

Beispiel:

Frau mit 30 Jahren und 60 kg Gewicht

Grundumsatz pro Tag: 24 * 60 * 0,9 = 1296 kcal

8 Stunden Schlaf = 1,0 * Grundumsatz * 8 = 8
8 Stunden Tätigkeit im Sitzen = 1,4 * Grundumsatz * 8 = 11,2
8 Stunden Tätigkeit im Stehen = 1,8 * Grundumsatz * 8 = 14,4

Gibt zusammen 8 + 11,2 + 14,4 = 33,6 Grundumsatz
Geteilt durch 24 Stunden = 1,4 Grundumsatz

Somit ergibt sich ein Gesamtumsatz von 1,4 * 1296 = 1814 kcal.

Der Grundumsatz erhöht sich bei tiefen Temperaturen, dass heißt, es werden mehr Kalorien benötigt, um die Körpertemperatur zu erhalten.
Daraus ergibt sich, Schwimmen im kalten Wasser – Laufen und Radfahren bei kalten Temperaturen fördern den Kalorienverbrauch.
Am besten ist es jedoch, Ausdauersport am Morgen (vor dem Frühstück) auszuüben. Denn der Körper hat in der Nacht den Glykogenspeicher entleert, dadurch müssen die Fettreserven herangezogen werden. Das gelingt aber nur, wenn Sie den Körper ausreichend mit allen wichtigen Nährstoffen versorgen (Vitamine, Spurenelemente, Mineralstoffe, Eiweiß und Kohlehydrate).
Vergessen Sie nicht, dass der Körper nur begrenzt aufnahmefähig ist, darum essen Sie mehrmals täglich kleinere Portionen

Es gilt die Formel:

Grundumsatz = 290 + 22,3 x Magermasse
+ notwendige Energieaufnahme pro Tag bei leichter körperlicher Aktivität:
kcal/Tag = 35,7 x MM + 15,3 x Fettmasse + 198