Ernährung nach Operation

Ernährung/Essverhalten nach der Operation:

Um eine sinnvolle Gewichtsabnahme auch gewährleisten zu können, ist es besonders wichtig zu wissen, dass die Operation alleine nicht das Ziel der Behandlung Ihres Übergewichtes ist.

Die eigentliche Behandlung beginnt erst nach der Operation.
Das Magenvolumen ist nach dem Eingriff stark eingeschränkt und auch die „Durchlassöffnung“ für die Speisen ist enger, als vor der Operation.
Dies sind Veränderungen, die man bei der künftigen Lebensmittelauswahl und Nahrungsaufnahme auf jeden Fall berücksichtigen sollte, um Komplikationen von Anfang an zu vermeiden.

Diesbezüglich erhalten Sie in einer Ernährungsschulung vor der Operation die notwendigen Informationen, Unterlagen und Tipps, die Ihnen dabei helfen werden, nahezu beschwerdefrei zu sein.
Unabhängig von der richtigen Auswahl der Lebensmittel kann es kurz nach der Operation (1-2 Wochen) beim Verzehr einiger Lebensmittel dennoch zu Schwierigkeiten kommen.
Meiden Sie daher Anfangs bestimmte Lebensmittel, von denen bekannt ist, dass sie Probleme verursachen können.
Es handelt sich dabei um Fleisch und Wurst, Vollkornprodukte, Obst mit groben Fasern wie z.B. Zitrusfrüchte, Obstschalen, grobfasriges Gemüse wie holziger Spargel, Rhabarber sowie Blattsalate und Gemüseschalen (Tomaten, Paprika, Hülsenfrüchte).

Um Sodbrennen zu vermeiden ist es sinnvoll, sich nach dem Essen nicht hinzulegen, zu bücken oder schwer zu heben.

Regelmäßig körperliche Bewegung unterstützt Sie bei der Gewichtsabnahme.

Wenn Sie im Laufe der Zeit feststellen, dass Sie gewisse Lebensmittel gar nicht mehr vertragen, dass es beim Essen immer wieder zum Auftreten von Übelkeit, Erbrechen und Druckgefühl im Bauch kommt oder wenn Sie trotz Operation plötzlich kein Gewicht mehr abnehmen, dann ist es höchste Zeit Ihren behandelnden Chirurgen aufzusuchen.

Richtige Ernährung nach Adipositaschirurgie:
Nach Magenbanding oder Magenbypass kommt es zu einer beträchtlichen Verkleinerung des Magenvolumens.
Durch diese Einengung ist eine verminderte Nahrungsaufnahme die Folge.
Damit es aber trotz der geringen Nahrungsaufnahmekapazität zu keinen Mangelerscheinungen kommt, ist es sehr wichtig, sich an einige Richtlinien zu halten.
Nur so können Mangelerscheinungen und auch unangenehme Nebenwirkungen, wie z.B. Übelkeit und Erbrechen vermieden werden.
Unmittelbar nach der Operation (etwa 1 Tag) bekommen Sie im Krankenhaus flüssige bzw. flüssig-breiige Nahrung.
Danach wird auf breiige Kost umgestiegen.
Nach der Entlassung können Sie feste Kost zu sich nehmen.
Essen Sie mindestens 5 – 6 Mahlzeiten pro Tag!
Essen Sie kleine Portionen und kauen Sie jeden Bissen gut durch, bis in Ihrem Mund ein Brei entsteht. So können die Speisen problemlos in den Magen gelangen.
Essen Sie zuviel auf einmal oder zu hastig, so kann dies zu Übelkeit und Erbrechen führen.
Hören Sie auf zu essen, wenn Sie satt sind!
Überessen Sie sich nicht, denn ein Zuviel auf einmal führt fast immer zu Erbrechen. Wird das Sättigungsgefühl öfters außer Acht gelassen, kann es mit der Zeit zu einer Ausdehnung des verkleinerten Magens kommen und somit ist eine Gewichtsreduktion nicht mehr gewährleistet.
Trinken Sie entweder vor oder nach dem Essen!
Sie sollten keinesfalls direkt zur Mahlzeit trinken. Trinken Sie entweder vor oder 30 Minuten nach dem Essen in kleinen Schlucken.
Täglich sollten Sie ca. 1 – 2 Liter Flüssigkeit zu sich nehmen. Bevorzugen Sie kalorienarme bzw. kalorienfreie Getränke!

Die Ernährungsumstellung nach malabsorptiven Eingriffen verläuft etwas anders.
Nach so einem Eingriff müssen Sie sich ähnlich wie nach einer restriktiven Operation an die geringen Mengen der Nahrung, die Sie auf einmal aufnehmen können, und die Unverträglichkeit einzelner Nahrungsmittel gewöhnen.
Zusätzlich (vor allem auch nach Duodenal Switch) kann es nach Aufnahme von fetten oder süßen Speisen zu folgenden Zuständen kommen:
Schwindel, Übelkeit, Herzklopfen nach Aufnahme von größeren Mengen von sehr süßen Lebensmittel (Dumping Syndrom)
Durchfall nach Zufuhr von fetten Speisen.
Da die Aufnahme von fettlöslichen Vitaminen und Mineralstoffen beeinträchtigt ist, kann es notwendig sein, diese Stoffe zusätzlich zuzuführen (als Kapseln, Brausetabletten oder Infusionen).

Essen Sie täglich eine gemischte Kost, die alle Nährstoffe enthält!

So können Sie einem Vitamin- und Mineralstoffmangel entgegenwirken:

  • 1/4 l Milchprodukt/Tag (Joghurt, Buttermilch, Magermilch, Topfen, Käse bis 35% F.i.Tr.)
  • 1 bis 2 Stück Obst/Tag (Apfel ohne Schale, Birnen, Melone, Kiwi, …)
  • 1 Portion Beilage/Tag (Reis, Kartoffeln, Nudeln, Knödel, …)
  • 1 Portion Gemüse und Salat/Tag (Karotten, Sellerie, Gurken, Radieschen, Kohlrabi, …)
  • Vollkorngebäck in feiner Form (Grahamweckerl, Mischbrot, fein vermahlenes Vollkornbrot)
  • 2 x in der Woche gut gekochtes Fleisch
  • 1 bis 2 x in der Woche Fisch
  • maximal 3 Eier pro Woche

Kochtechnik:

Garmethoden, wie Grillen, Braten, Dünsten, Kochen und in Folie gar machen sind fettarme Zubereitungsarten, die Ihnen beim Kaloriensparen helfen können.

 

Diese Informationen wurden freundlicherweise zur Verfügung gestellt von
Hrn. Univ. Doz. Dr. Stephan Kriwanek, SMZ Ost, Wien